Startseite
15.04.2019
IG Metall: Deutscher Exportüberschuss geht zurück

Trotzdem Rekordwerte bei den deutschen Ausfuhren – Nachlassende Konjunktur und Verunsicherungen durch Brexit, US-Handelskriege und Transformation

Die konjunkturelle Abschwächung und Verunsicherungen dämpfen den Welthandel. Zusätzlich sorgt die Transformation der Automobilindustrie – Stichworte: Elektromobilität, Digitalisierung, Industrie 4.0, autonomes Fahren – für Diskussionen und erste Ankündigungen von Personalabbau.

Volkswagen etwa will bis zu 7.000 deutsche Arbeitsplätze in den nächsten Jahren durch gleitenden Personalabbau einsparen, um mit dem eingesparten Geld mehr Investitionen in Elektromobilität tätigen zu können. Auch Audi hat einen sozialverträglichen Stellenabbau angekündigt und will bis 2022 rund 15 Milliarden Euro einsparen. Ford möchte 5.000 Stellen in Deutschland streichen.

Die deutschen Ausfuhren erzielten im Jahr 2018 dennoch einen Rekordwert. Allerdings stiegen die Einfuhren stärker und sorgten für einen Rückgang der in der Vergangenheit heftig kritisierten deutschen Ausfuhrüberschüsse. Beinahe 60 Prozent aller Exporte gingen in die Europäische Union. Die Ausfuhren der Metall- und Elektroindustrie legten nur noch um 1,6 Prozent zu. Wichtigste Zielländer waren China und die USA. Zulegen konnten die Elektrischen Ausrüstungen, Metalle und Maschinen.

Die Automobilexporte hingegen sanken um 2,3 Prozent. Der Absatz ging in fast allen wichtigen Zielländern zurück. Am deutlichsten war der Rückgang der deutschen Automobilausfuhren ins Vereinigte Königreich (Großbritannien und Nordirland) mit fast zehn Prozent. Dies hatte mit dem neuen europäischen WLTP-Zulassungsverfahren zu tun. Die deutschen Hersteller hatten nicht rechtzeitig alle Neufahrzeuge nach WLTP zugelassen.

Mit der Eintrübung der Automobilausfuhren ist auch damit zu rechnen, dass die Beschäftigung in der deutschen Automobilindustrie eher sinken wird. Im 1. Halbjahr 2018 war noch ein Rekord von 831.000 Arbeitsplätzen erreicht worden, davon 484.000 bei den Herstellern sowie 311.000 bei Zulieferern und 36.000 bei Herstellern von Anhängern und Aufbauten.

Druckansicht