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30.08.2019
IG Metall: Deutschlands Wirtschaft auf dem Weg in die Krise?

Überraschender Konjunktureinbruch im zweiten Quartal 2019 – Mehr Konsum, aber weniger Exporte – Staat müsste investieren, um gegenzulenken

Wichtige Kennzahlen der Metall- und Elektroindustrie zeigen nach unten

Die wirtschaftliche Entwicklung hat von April bis Juni 2019 einen Dämpfer bekommen. Im Vergleich zum Vorquartal (Januar bis März 2019) schrumpfte die Zahl der produzierten Güter und erbrachten Dienstleistungen um 0,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr legte das Bruttoinlandsprodukt hingegen im zweiten Quartal 2019 noch um 0,4 Prozent zu.

Die skeptische Stimmung in der Wirtschaft deutet darauf hin, dass sich aus diesem leichten Rückgang eine Krise entwickeln könnte. Sinkende Auftragseingänge der Firmen lassen befürchten, dass sich die Nachfrage auch im dritten Quartal nicht verbessern wird. Wenn in zwei Vierteljahren hintereinander die Wirtschaft schrumpft, spricht man in der Volkswirtschaftslehre von einer Rezession. Während der private Konsum nach wie vor das Wirtschaftswachstum antreibt, belasten die sinkenden Exporte die deutsche Wirtschaft. Gefordert sind mehr öffentliche Investitionen, um die Konjunktur zu stabilisieren.

Die Metall- und Elektroindustrie litt im ersten Halbjahr an einem Produktionsrückgang von minus fünf Prozent. Bei weiter zunehmender Beschäftigung sank die Produktivität. Zusammen mit deutlichen Entgeltzuwächsen stiegen die Lohnstückkosten, also die Kosten je produzierter Ware oder erbrachter Dienstleistung, kräftig an. Gegenüber dem 1. Halbjahr 2018 nahmen die Lohnstückkosten um 8,4 Prozent zu. Die steigenden Lohnkosten von 3,2 Prozent gingen dabei mit einer sinkenden Arbeitsstundenproduktivität von minus 4,9 Prozent zusammen. Die Automobilindustrie prägte mit kräftig steigenden Lohnstückkosten von plus 16,6 Prozent das Gesamtergebnis. Die Produktivität ging hier um deutliche zehn Prozent zurück, während die Entgelte je Arbeitsstunde um 4,8 Prozent anwuchsen.

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