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05.05.2020
Schweinfurt: Coronakrise für sozialökologischen Strukturwandel nutzen!

Betriebsräte aus der Region Schweinfurt und eine grüne Bundestagsabgeordnete aus Oberfranken verabschieden ein gemeinsames Thesenpapier zur aktuellen Diskussion über die "Autoprämie"

zum Download:
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Das Logo des Schaeffler-Betriebsrats Schweinfurt

"Wir müssen mehr ändern als den Antriebsstrang – Beschäftigung sichern durch Strukturwandel statt Konsumstrohfeuer": Unter dieser Überschrift veröffentlichen heute vier Arbeitnehmervertreter aus der Autozulieferbranche und eine Bundestagsabgeordnete ein Diskussionspapier zur Autoprämie.

Norbert Lenhard (BR-Vorsitzender von Schaeffler in Schweinfurt), Oliver Moll und Klaus Mertens (BR-Vorsitzender und BR-Referent von ZF in Schweinfurt), Thomas Bauernschmitt (BR-Vorsitzender von Kennametal in Ebermannstadt) und Lisa Badum (Klimapolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion aus dem Wahlkreis Bamberg) fordern: "Die Autobranche braucht Ideen, die ihre Vielfalt und die verschiedenen Standbeine der Mobilität widerspiegeln."

Konkret heißt es: "Die Krise der Autoindustrie ist keine Corona-Krise, der Fehler liegt im System. Alte Instrumente wie die Autoprämie verlängern das Leiden, die Sicherung von Standorten und Beschäftigung wird jedoch nur mit einem Maßnahmenpaket gelingen, das Innovation und Transformation fördert! Denken wir die Autoindustrie endlich mutig als Mobilitätsindustrie. Viele Zulieferer tun dies bereits. Die Industriesparte der Schaeffler AG beispielsweise liefert in den Bereichen Energiegewinnung, über Fahrrädern und Bahn bis zu Automatisierungstechnik zu.

Dabei geht es neben der Weiterentwicklung des Automobils an sich auch um neue Produkte und Dienstleistungen vom Lastenfahrrad bis zum Carsharing und von der Ladesäulenproduktion bis hin zur Softwareentwicklung. Die intelligente Vernetzung von Mobilitäts- und Energiewende ist dabei Bedingung fürs Gelingen! So wird beispielsweise nur durch die flächendeckende Bereitstellung von sauberem Strom eine CO2-neutrale Produktion von Stahl realisiert auf die Autohersteller, ebenso wie Windkraftanlagenbetreiber angewiesen sind, wenn sie klimaneutrale Herstellprozesse nachweisen müssen. Unterstützen wir also die Zulieferer, indem wir die Energiewende stärken und neue Synergien schaffen."

Norbert Lenhard, zugleich auch Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzender von Schaeffler, betont: "Als Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Schaeffler AG vertrete ich allein in Franken ca. 22.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir müssen uns bereits jetzt auf die nächsten Schritte nach Bewältigung der Folgen der Pandemie vorbereiten. Für die Zeit nach der Rezession werden die Weichen jetzt gestellt. Wir brauchen Zukunftsvereinbarungen, die Standorte und Beschäftigung sichern und den Wandel unterstützen."

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