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05.02.2021
Gesamt- und Konzernbetriebsrat: Absichtserklärung zu SPACE + Nachruf + Kugelfertigung in Homburg erhalten!

Im neuen GKBR-Infoblatt Nr. 03/2021 informieren wir über die Absichtserklärung der Betriebsräte zu SPACE und den Kampf um die Kugelfertigung in Homburg – und trauern um Wolfgang Spitzhorn

zum Download:
03_Infoblatt_kompakt_GKBR_2021

 

Absichtserklärung: Transformation bei Schaeffler – alle mitnehmen!

Gesamt- und Konzernbetriebsrat ziehen in den Gesprächen zum Restrukturierungsprogramm SPACE an einem Strang, um sozialverträgliche Lösungen zu erreichen

Absichtserklärung im GKBR-Gesprächsteam SPACE

Wir, die Betriebsratsvorsitzenden des Gesamt- und Konzernbetriebsrates, sind uns einig darüber, dass wir bis zum Abschluss des Projektes SPACE solidarisch in unserem Verhalten, unserer Unterstützung und unserem Verhandeln sind.

Dabei halten wir folgende Verabredungen ein:

► Regelmäßige Information des GKBR-Gesprächsteam zum aktuellen Verhandlungsstand der Interessenausgleiche an den Standorten.
► Es erfolgen direkte Rücksprachen zwischen den aufnehmenden und abgebenden Standorten.
► Gegenüber dem Arbeitgeber erfolgen keine finalen Zusagen, ohne diese im Gesprächsteam besprochen zu haben.
► Unterschriften, unter den zu Ende verhandelten Interessenausgleichen an den Standorten, erfolgen erst nach Freigabe im GKBR-Gesprächsteam

Diese Verabredungen sollen den Standorten, deren Pakete erst am Ende verhandelt werden, die Möglichkeit geben, selbst noch Einfluss nehmen zu können.

Weiterhin ist dies das Fundament, gemeinsam unser Ziel zu erreichen und unsere „roten Linien“ solidarisch zu halten.

29. Januar 2021

[Unterschriften der 25 Betriebsratsvorsitzenden in der Schaeffler-Gruppe Deutschland]

 

AKTIONSTAG AM FREITAG, 5. FEBRUAR 2021
Schaeffler will die Welt bewegen, aber alle Räder stehen still, wenn unser starker Arm es will!

 

Nachruf auf Wolfgang Spitzhorn

Mit tiefer Bestürzung und Trauer haben wir erfahren, dass unser lieber, von allen geschätzter Kollege Wolfgang Spitzhorn vom Standort Clausthal-Zellerfeld uns im Alter von nur 51 Jahren plötzlich und für immer verlassen hat.

Wolfgang („Spitzi“) war Betriebsratsvorsitzender und einer von uns. Seine offene, direkte und herzliche Art, seine Empathie für Clausthal-Zellerfeld und sein Herz für die Belegschaft zeichneten ihn aus. Bis zuletzt kämpfte er für eine Zukunft des Standorts bei Schaeffler.

Sein Tod hinterlässt eine große Lücke, die sich nicht schließen lässt. Seiner Familie, seinen Freunden und all seinen Kolleginnen und Kollegen sprechen wir unser aufrichtiges und tiefes Beileid aus. Spitzi, du wirst uns sehr fehlen – mach's gut!

Jürgen Wendt und Susanne Lau
für den Gesamt- und Konzernbetriebsrat

 

Homburg: Kugelfertigung erhalten – Zukunftsfähigkeit sichern!

Am 9. September 2020 erklärte der Arbeitgeber, die eigene Kugelfertigung aufgeben zu wollen und den Standort Homburg-Zunderbaum zu schließen, eines der vier Schaeffler-Werke in Homburg. Betriebsrat und IG Metall waren geschockt und kün-digten erbitterten Widerstand an.

Das INFO-Institut prüfte für den Betriebsrat die Wirtschaftlichkeit der Vorstandspläne. Der Betriebs- und Gesamtbetriebsratsvorsitzende Salvatore Vicari erklärt dazu: „Es bestätigte sich unsere Befürchtung, dass Schaeffler Investitionen versäumt hat. Dadurch ist der Produktionsprozess am Standort nicht stabil. Um das Werk zu erhalten, muss ein stabiler Prozess aufgebaut werden.“

Der Betriebsrat zeigte dem Arbeitgeber mithilfe des INFO-Instituts Perspektiven auf, dass eine alternative, effiziente Kugelproduktion durch die Integration in ein anderes Werk möglich wäre. Das Management meint aber, im harten Wettbewerb würde sich eine eigene Kugelfertigung nicht mehr lohnen. Doch Schaeffler deckt heute schon nur noch 25 Prozent des europäischen Bedarfs selbst. Wird Homburg-Zunderbaum geschlossen, ist Schaeffler total von Externen abhängig.

Salvatore Vicari kommentiert: „Es klingt wie ein schlechter Witz, dass einer der weltgrößten Kugellagerhersteller aus kurzfristigem Gewinnkalkül die eigene Kugelfertigung aufgeben will. Mit der Übernahme von FAG Kugelfischer im Jahr 2001 erwarb Schaeffler die Kernkompetenz der Industrialisierung von Kugeln. Es kann nicht sein, dass man dies nun ohne Not aufgibt!“

„Die Corona-Krise hat gezeigt, wie anfällig Lieferketten sind. Fällt ein kleiner Halbleiterhersteller aus, stehen die Bänder der deutschen Automobilhersteller“, betont Vicari: „Wollen wir das mit den Kugellagern riskieren? Die Entscheidung zur Schließung von Homburg-Zunderbaum ist für uns weder unternehmenspolitisch noch strategisch nachvollziehbar. Wir werden jetzt härtere Seiten aufziehen, damit das Management unser Gegenkonzept ernsthaft berücksichtigt!“  

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