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08.03.2021
Herzogenaurach: Weltfrauentag, Mitarbeiterentwicklungsgespräch, Tarifrunde 2021, Betriebsrätemacht

Betriebsratsaushang Nr. 08/2021: Der Betriebsrat von Schaeffler in Herzogenaurach informiert die Kolleginnen und Kollegen über aktuelle Entwicklungen

zum Download:
BR-Info_08_HZA_2021-03-08.pdf

Weltfrauentag 2021

Der 8. März ist Internationaler Frauentag. Seit mehr als 100 Jahren wird der Internationale Frauentag begangen. Bei Schaeffler in HZA liegt der Frauenanteil bei 21,1% (Stichtag 02/2021), in Deutschland bei 16,6%. Die Zusammenarbeit funktioniert nur gut und effektiv, wenn sie auf Augenhöhe stattfindet. Für uns als Betriebsrat ist es wichtig, dass Menschen, egal welches Geschlecht oder welche Herkunft sie haben, für den gleichen Job auch gleich bezahlt werden! Das ist ein Teil der Aufgabe des Betriebsrats, dies anzugleichen und die Umsetzung in den Betrieben zu unterstützen.

Das ‚neue‘ MEG: Einführung des Performance and Goal Management (PMGM)

Das neue Werkzeug PMGM (Performance and Goal Management) hat das MEG (Mitarbeiterentwicklungsgespräch) ersetzt. Für alle Beteiligten ist das ein neues System, deshalb sind uns folgende Informationen wichtig: Das PMGM ist ein Werkzeug, bei dem es um die persönliche Weiterentwicklung des Mitarbeiters geht (LINK & LINK). Das PMGM ist nicht entgeltrelevant. Das Ergebnis aus dem PMGM darf nicht in der LBU (Leistungsbeurteilung) verwendet werden. Zulässig ist: Das PMGM darf zur Orientierung dienen. Grundsätzlich sollen die LBU und das PMGM nicht komplett gegensätzlich bewertet werden. Die LBU und das PMGM sind zwei voneinander getrennt zu betrachtende Systeme, wobei LBU entgeltrelevant ist und PMGM als persönliches Entwicklungstool und als Tool zur Vereinbarung von Performancezielen zu sehen ist. Gegen die LBU kann Einspruch eingelegt werden (LINK), beim PMGM kann eine Stellungnahme hinzugefügt werden.
Entgeltrelevante Bonusziele für AT (Außertarifliche Mitarbeiter) werden weiterhin im MBO (Management by Objectives) Werkzeug erfasst. Bei AT-Mitarbeitern gibt es einen Short-Term Bonus (STB), der mit verschiedenen Gewichtungen gestaffelt ist. Dieser ist mit persönlichen Zielen entgeltrelevant, aber im PMGM werden auch Ziele definiert, die für die persönliche Entwicklung in der Zukunft relevant sind. Dies sind ebenso zwei voneinander getrennt zu sehende Systeme, die ebenso wie im Tarifbereich nicht komplett gegensätzlich definiert sein sollten.

Tarifrunde 2021

Am Montag, den 01.03.21 um 24 Uhr endete in der aktuellen Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie die Friedenspflicht. In dieser Nacht starteten dann die ersten Warnstreiks, u. a. in Bremen bei Daimler Mercedes-Benz-Werk, in Hamburg bei Airbus Operations, in Lohr bei Bosch Rexroth, in München bei RF360 Europe, in Regensburg bei Mahle-Behr, in Elchingen bei Bosch Rexroth und auch bei Schaeffler. Die IG Metall fordert für die mehr als 3,8 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in dieser Tarifbewegung ein Zukunftspaket. Dieses beinhaltet ein Volumen von vier Prozent, das je nach Situation der Betriebe zur Stärkung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen oder zur Finanzierung von Maßnahmen der Beschäftigungssicherung eingesetzt werden kann. Außerdem sollen mit Zukunftstarifverträgen passgenaue betriebliche Lösungen gefunden werden, die Zusagen für Investitionen, Standorte, Beschäftigung und Qualifizierung enthalten (LINK).

Tarifrunde 2021: Warum wir Betriebsräte gar nicht so viel Macht haben wollen...

--> Text/Zitat von Betriebsrat Martin Heiß, Firma Grammer in Amberg:
„Oftmals wird Betriebsrat und Gewerkschaft gleichgesetzt, auch bei uns im Betrieb ist nicht allen der Unterschied klar. […] Dennoch ist es wichtig zu wissen: als Betriebsrat können wir keinen Arbeitskampf führen, wir dürfen auch nicht dazu aufrufen. Das Betriebsverfassungsgesetz verpflichtet uns zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. Das schließt Arbeitskämpfe aus. Daher können wir auch im BRandsaktuell nur über den Verlauf der Tarifrunde berichten, aber nicht zum Beispiel zum Warnstreik aufrufen. Das muss die IG Metall selbst tun. In der Konsequenz drücken Euch dann zwar die gleichen Leute die Flugblätter in die Hände, aber eben nicht als Betriebsrat, sondern als Gewerkschafter. So weit, so gut.
Doch in dieser Tarifrunde wollen die Arbeitgeber die Betriebsräte tatsächlich mit mehr Macht ausstatten. Denn die Unternehmen sollen die Möglichkeit erhalten, selbstständig Kürzungen bei Sonderzahlungen (das sind Weihnachts- oder Urlaubsgeld und Tarifliches Zusatzgeld) mit dem Betriebsrat zu verhandeln. Ihre Argumentation ist einfach: die Betriebsräte würden ihre eigenen Betriebe doch viel besser kennen als die IG Metall und könnten einschätzen, wie es denen wirtschaftlich geht und ob die Leute „einen Beitrag“ leisten würden.
Als Betriebsräte wollen wir diese Kompetenz aber gar nicht haben! Renommierte Wirtschaftsprüfer und die deutsche Finanzaufsicht haben zwei Milliarden EUR Luftbuchungen bei Wirecard nicht entdeckt. Nun sollen Betriebsräte die Ertragslage der Unternehmen prüfen? Nein danke! Zudem sind Betriebsräte immer erpressbar. Auch stehen uns keinerlei Druckmittel zur Verfügung. Bei unterschiedlichen Auffassungen genügt halt eine freundliche Bitte nicht - Kulturwandel hin oder her, siehe T-Zug-Tage bei Krankheit. Recht, Gesetz und Tarifverträge sind aus gutem Grund nicht den betrieblichen Akteuren unterstellt. Aus unserer Sicht wäre ein Eingriffsrecht in die Sonderzahlungen ein Dammbruch. Es würde die Betriebsräte in eine Lage bringen, in der sie nur noch verlieren können. Bitte erspart uns das! Die Friedenspflicht endet am 1. März!“

Bei Fragen/Anmerkungen wenden Sie sich bitte an die Betriebsräte in Herzogenaurach.

Hanna Köhler, Tel. +49-9132-82-1273
Grigore Beutura, Tel. +49-9132-82-88611
Andrea Grimm, Tel. +49-9132-82-4822

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