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18.03.2021
Gesamt- und Konzernbetriebsrat: SPACE-Interessenausgleich "Sondermaschinenbau"

Im neuen GKBR-Infoblatt Nr. 09/2021 informieren wir über den SPACE-Interessenausgleich zum Sondermaschinenbau

zum Download:
09_Infoblatt_kompakt_GKBR_2021

Ergebnis des Interessenausgleichs zum Verhandlungspaket SPACE Sondermaschinenbau“

Vertreter der Betriebsräte aus den Standorten Herzogenaurach/Erlangen, Schweinfurt und Bühl haben in langen Verhandlungen einen Interessenausgleich mit dem Management vereinbart

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in einer Vielzahl von teilweisen schwierigen Gesprächen konnte die arbeitnehmerseitige Interessenvertretung, zusammen mit den Sachverständigen der Kanzlei Schwegler und des INFO-Instituts, einen Interessenausgleich (IA) im Verhandlungspaket „Sondermaschinenbau“ (SMB) des Maßnahmenprogrammes SPACE mit dem Schaeffler-Management abschließen.

Im September 2021 sahen die Pläne des Arbeitgebers einen Abbau von 157 Arbeitsplätzen an den drei SMB-Standorten Herzogenaurach/Erlangen, Schweinfurt und Bühl vor.

Einige Inhalte des IA sehen wie folgt aus:

Betriebsänderung / unternehmerisches Konzept

Der SMB soll dauerhaft für eine externe Auftragsvergabe geöffnet werden.

An den Standorten Herzogenaurach/Erlangen, Schweinfurt und Bühl werden insgesamt 101 Stellen (Stand: 28.02.2021) entfallen. Der Personalabbau soll bis Dezember 2022 durchgeführt werden.

Im Rahmen des verbleibenden Personalabbaus ergibt sich folgende Aufteilung auf die benannten Standorte:

- Im SMB in Herzogenaurach/Erlangen (einschließlich Headquarter) entfallen 66 Stellen (Stand: 28.02.2021). Es sollen 23 Altersteilzeit- und Aufhebungsverträge abgeschlossen werden oder Versetzungen in andere Bereiche des Betriebs erfolgen. Durch eine Reduzierung der 40-Stunden-Verträge soll die Zahl der abzubauenden Stellen um weitere 24 und durch eine Arbeitszeitreduzierung nach dem Tarifvertrag Beschäftigungssicherung (TV Besch) soll die Zahl der abzubauenden Stellen um weitere 19 reduziert werden. Bei einer Weiterbeschäftigung auf einem freien Arbeitsplatz (sowohl direkt als auch indirekt) innerhalb der Schaeffler-Gruppe können die genannten Zahlen reduziert werden.

- Im SMB in Schweinfurt entfallen 23 Stellen (Stand: 28.02.2021). Es sollen 8 Altersteilzeit- und Aufhebungsverträge abgeschlossen werden oder Versetzungen in andere Bereiche des Betriebs erfolgen. Durch eine Reduzierung der 40-Stunden-Verträge soll die Zahl der abzubauenden Stellen um weitere 2 und durch eine Arbeitszeitreduzierung nach dem TV Besch soll die Zahl der abzubauenden Stellen um weitere 13 reduziert werden. Bei einer Weiterbeschäftigung auf einem freien Arbeitsplatz (sowohl direkt als auch indirekt) innerhalb der Schaeffler Gruppe können die genannten Zahlen reduziert werden.

- Im SMB in Bühl entfallen 12 Stellen (Stand: 28.02.2021). Es sollen 2 Altersteilzeit- und Aufhebungsverträge abgeschlossen werden oder Versetzungen in andere Bereiche des Betriebs erfolgen. Durch eine Reduzierung der 40-Stunden-Verträge soll die Zahl der abzubauenden Stellen um weitere 10 reduziert werden. Bei einer Weiterbeschäftigung auf einem freien Arbeitsplatz (sowohl direkt als auch indirekt) innerhalb der Schaeffler Gruppe können die genannten Zahlen reduziert werden.

Durchführung der Betriebsänderung

Der sukzessive Personalabbau der Mitarbeiter im SMB an den Standorten Herzogenaurach/Erlangen, Schweinfurt und Bühl erfolgt spätestens zum 31.12.2022. Mindestens 50 % des Personalabbaus soll bereits bis zum 31.12.2021 umgesetzt sein. Es ist geplant, die Betriebsänderung nach Maßgabe dieses Konzepts durchzuführen. Sollten sich Änderungen in zeitlicher und / oder technischer Hinsicht ergeben, ist der Betriebsrat hierüber rechtzeitig zu unterrichten. Der Betriebsrat wird seine Zustimmung erteilen, sofern hiermit keine weitergehenden Nachteile für die Mitarbeiter verbunden sind.

Soweit die freiwilligen Maßnahmen zur Anpassung der Personalkapazitäten nicht ausreichen, werden die Parteien unter der Bedingung, dass die Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld bewilligt, Kurzarbeit nutzen. Mit Ende der Kurzarbeit werden die Parteien eine Arbeitszeitabsenkung nach TV Besch mit einer maximalen Laufzeit bis zum 30.06.2022 vereinbaren. Bei Mitarbeitern, deren Verträge von 40 Stunden in 35 Stunden umgewandelt worden sind, ist eine zusätzliche Belastung durch den TV Besch ausgeschlossen.

Außertarifliche Mitarbeiter sollten im gleichen Umfang an einer Arbeitszeitabsenkung mitwirken.

Die Betriebsparteien werden nach Abschluss dieses IA fortlaufend darüber beraten, ob und inwieweit der Personalabbau, Umwandlung von 40-Stunden-Verträgen in 35-Stunden-Verträge und die Arbeitszeitabsenkung nach dem TV Besch durch

- eine Capex-Erhöhung (Investitionskosten) in der Schaeffler-Gruppe,

- eine verbesserte Auftragssituation im SMB in Deutschland oder durch

- eine Reduzierung der Fremdvergabe bzw. Insourcing (z.B. Spindelservice und Schaltschrankbau) reduziert oder wieder rückgängig gemacht werden kann.

Die Parteien sind sich einig, dass sich für das Jahr 2021 aus der in diesem Interessenausgleich beschriebenen Betriebsänderung keine akuten Beschäftigungsprobleme ergeben, die dem Angebot eines Arbeitsverhältnisses für Auszu-bildende nach den tariflichen Regelungen entgegenstehen. Jungfacharbeiter werden unter Berücksichtigung der Abbauziele im Rahmen von SPACE grundsätzlich weiterbeschäftigt. Auch für Dual Studierende steht die in diesem Interessenausgleich beschriebene Betriebsänderung einer Einstellung nicht entgegen.

Zukünftige Ausrichtung des SMB

Zukünftig werden die Aufträge zwischen den drei Standorten durch das Headquarter gleichmäßig verteilt, soweit dies technologisch möglich ist. Dies dient der gleichmäßigen Auslastung der Standorte. Zusätzlich kommen auch zukünftig befristete Versetzungen zwischen den Standorten auf freiwilliger Basis zum Einsatz.

Zielsetzung des Arbeitgebers ist es, auch zukünftig in neuen Technologien die führende Rolle als Maschinenhersteller zu übernehmen. Der Arbeitgeber wird dem Betriebsrat ein Konzept hierzu in einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses vorstellen.

Die Betriebsparteien sehen es als gemeinsame Aufgabe, den SMB als vorrangigen Zulieferer für die Produktion bei Schaeffler zu etablieren und andere Wettbewerber zu verdrängen.

Die Parteien sind sich einig, dass im Bereich SMB weiterhin Versetzungsstellen für lernende Auszubildenden und dual Studierende vorhanden sind, um Lerninhalte sowie Praxiserfahrung zu vermitteln.

Zur Stärkung des SMB wird eine „Initial Offer“ / „Last Call“-Regelung getroffen. So wird dem SMB das Recht eingeräumt, durch die Werke der Schaeffler Gruppe im Vergabeverfahren von Beginn an eingebunden zu werden und vorrangig beauftragt zu werden unter der Voraussetzung, dass die Konditionen gleich oder besser als die von externen Wettbewerbern sind. Ein entsprechender Prozess wird beim Arbeitgeber bis zum Ende von Q2/2021 aufgesetzt und in das Managementhandbuch aufgenommen.

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