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10.04.2018
IG Metall: Deutsche Exporterfolge gefährdet

Aufkeimender Protektionismus bedroht blühenden Außenhandel und damit auch zahlreiche Arbeitsplätze in der Metall- und Elektroindustrie

Der Weltwirtschaft geht es derzeit gut. Der internationale Güteraustausch wächst enorm. Davon hat auch die deutsche Wirtschaft profitiert. Die Warenexporte stiegen 2017 kräftig um 6,2 Prozent. Die Exporte gehen vor allem in die Staaten der Europäischen Union (EU). Am meisten Waren hat die deutsche Metall- und Elektroindustrie exportiert.

Die USA und China bleiben für Produkte der Metall- und Elektroindustrie die wichtigsten Zielländer. Deutschland ist extrem von einem reibungslosen Welthandel abhängig. Eine Abschottung der USA mit höheren Importzöllen, die sich zu einem Handelskrieg ausweiten könnte, gefährdet diese Entwicklung.

Zudem ist noch völlig ungeklärt, ob der britische Ausstieg aus der Europäischen Union (Brexit) zu neuen Zollschranken zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich führt. Dies würde die deutsche Exportwirtschaft ebenfalls belasten und damit viele Arbeitsplätze bedrohen.

Insgesamt stehen wir vor einer Zeitenwende in der weltweiten Handelspolitik – weg vom Freihandel, hin zur stärkeren Abschottung (Protektionismus). Dabei wird die berechtigte Kritik an unfairer Handelspolitik und unzureichenden Arbeitnehmerrechten für eine nationalistische Wirtschaftspolitik genutzt.

In der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 war der Handel eingebrochen. Danach hatte man mühsam eine neue Dynamik im globalen Waren- und Dienstleistungshandel erreicht, mit einem Plus von 4,2 Prozent im Jahr 2017. Dies droht nun mit der Einführung von Schutzzöllen durch die USA und möglichen Vergeltungsmaßnahmen der US-Handelspartner ein Ende zu finden.

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