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02.09.2020
Continental: Stellenkahlschlag wegen Corona-Krise

Der Hannoveraner DAX-Konzern und seine Tochter Vitesco möchten alleine in Deutschland rund 13.000 Beschäftigte entlassen – IG Metall und Betriebsräte kündigen harten Widerstand an

Die Continental-Hauptverwaltung in Hannover

Der Vorstand von Continental verschärft seinen im Herbst 2019 wegen der Transformation beschlossenen Sparkurs erheblich. Rund 13.000 Stellen sollen wegen der Corona-Nachfrageflaute gestrichen werden, unter anderem durch Standortschließungen. Alleine am weltweit größten Standort Regensburg sollen rund 2.100 Jobs wegfallen.

Am 1. September hatte das Unternehmen seinen "Plan des Schreckens", wie ihn die Gewerkschaft nennt, herausgegeben. Mit Erschütterung und Wut reagierte die IG Metall: "Nach Jahren voller satter Renditen hat das Unternehmen keine bessere Idee als einen hektischen, konzeptlosen Arbeitsplatzabbau anzukündigen. Dabei sind es die Beschäftigten, die die Renditen erarbeitet haben", erklärte Rico Irmischer, Geschäftsführer der IG Metall Regensburg. Überraschend kommen die Pläne des Autozulieferers und Reifenherstellers auch deshalb, weil noch vor kurzem der Konzernchef Dr. Elmar Degenhart und die Personalchefin Dr. Ariane Reinharts für die Vier-Tage-Woche geworben hatten, als Alternative zu Massenentlassungen.

Der Regensburger Betriebsratsvorsitzende Herbert Brücklmeier jedenfalls kündigte an, dass man den Arbeitsplatzabbau nicht akzeptieren werde. Die Regensburger Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfrischer forderte einen runden Tisch zum Erhalt der Arbeitsplätze bei Conti, dem zweitgrößten Arbeitgeber der bayerischen Großstadt. Das Management betonte, angesichts der anhaltenden Nachfrageflaute und der Transformation seien die jetzigen Planungen alternativlos, um die Firma erfolgreich ins neue Zeitalter zu führen. Dabei machte man auch konkretere Aussagen zur Weiterqualifizierung von Beschäftigten in Richtung Software und E-Mobilität. Aktuell gehe man davon aus, dass das 2019 gestartete Umstrukturierungsprogramm weltweit etwa 30.000 Arbeitsplätze betreffen werde. „Das heißt, sie werden dabei verändert, verlagert oder aufgegeben.“

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